Dezentralisierte Finanzmärkte (DeFi): Chancen und Risiken
02.04.2025
Was steckt hinter dem Hype – und worauf solltest du achten
Der Handel mit Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum und anderen digitalen Assets hat in den letzten Jahren erheblich an Popularität gewonnen. Doch während die Chancen auf hohe Gewinne verlockend sind, dürfen die steuerlichen Pflichten nicht außer Acht gelassen werden. In diesem Leitfaden erfährst du, wie Kryptowährungen in Österreich und Deutschland steuerlich behandelt werden und wie du deine steuerlichen Verpflichtungen korrekt erfüllst.
Seit der Ökosozialen Steuerreform, die am 1. März 2022 in Kraft trat, gelten in Österreich spezifische Regelungen für die Besteuerung von Kryptowährungen. Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen werden als Einkünfte aus Kapitalvermögen betrachtet und unterliegen einem besonderen Steuersatz von 27,5 %. Dabei ist die Haltedauer der Kryptowährungen unerheblich.
Unterscheidung zwischen Altbestand und Neubestand:
Altbestand: Kryptowährungen, die vor dem 1. März 2021 erworben wurden, gelten als Altbestand. Für diese gilt weiterhin die frühere Regelung, wonach Gewinne nach einer einjährigen Behaltefrist steuerfrei sind.
Neubestand: Kryptowährungen, die ab dem 1. März 2021 erworben wurden, unterliegen unabhängig von der Haltedauer dem besonderen Steuersatz von 27,5 %.
Einkünfte aus Aktivitäten wie Mining oder Lending werden ebenfalls mit 27,5 % besteuert. Diese Besteuerung erfolgt zum Zeitpunkt des Zuflusses der Einkünfte.
Ab dem 1. Januar 2024 sind inländische Dienstleister verpflichtet, bei realisierten Wertsteigerungen von Kryptowährungen sowie bei laufenden Einkünften automatisch 27,5 % Kapitalertragsteuer einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen.
In Deutschland werden Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen als private Veräußerungsgeschäfte behandelt:
Haltedauer unter einem Jahr: Gewinne sind steuerpflichtig, wenn sie den Freibetrag von 600 € überschreiten. Liegt der Gewinn unterhalb dieser Grenze, bleibt er steuerfrei.
Haltedauer über ein Jahr: Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen, die länger als ein Jahr gehalten wurden, sind steuerfrei.
Freigrenze für private Veräußerungsgeschäfte: Bis zu einem Gewinn von 600 € pro Jahr bleibt dieser steuerfrei. Wird dieser Betrag überschritten, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig.
Grundfreibetrag: Zusätzlich gibt es einen Grundfreibetrag für das zu versteuernde Einkommen. Für Ledige liegt dieser bei 10.908 € im Jahr 2023 und steigt auf 11.604 € im Jahr 2024. Liegt das gesamte zu versteuernde Einkommen unterhalb dieses Betrags, fallen keine Steuern an.
Einkünfte aus Mining, Staking oder Lending gelten als sonstige Einkünfte und unterliegen einer Freigrenze von 256 €. Überschreiten diese Einkünfte diesen Betrag, sind sie in voller Höhe steuerpflichtig.
Eine sorgfältige Dokumentation aller Transaktionen ist essenziell. Dazu gehören:
Diese Informationen sind notwendig, um die Steuerlast korrekt zu berechnen und bei eventuellen Rückfragen des Finanzamts entsprechende Nachweise vorlegen zu können.
Es gibt verschiedene Tools und Softwarelösungen, die bei der Berechnung der Steuerlast unterstützen können. Diese helfen dabei, Transaktionen zu importieren, Gewinne zu berechnen und entsprechende Steuerberichte zu erstellen. Einige bekannte Tools sind:
Blockpit: Bietet umfassende Unterstützung für österreichische Steuerpflichtige.
CoinTracking: Ein beliebtes Tool für deutsche Nutzer mit umfangreichen Funktionen zur Steuerberechnung.
Aufgrund der Komplexität und der sich ständig ändernden Gesetzeslage ist es ratsam, einen Steuerberater mit Erfahrung im Bereich Kryptowährungen zu konsultieren. Dieser kann individuelle Beratung bieten und sicherstellen, dass alle steuerlichen Pflichten erfüllt werden.
Die Besteuerung von Kryptowährungen ist sowohl in Österreich als auch in Deutschland komplex und unterliegt ständigen Änderungen. Es ist daher unerlässlich, sich regelmäßig über die aktuelle Gesetzeslage zu informieren und alle Transaktionen sorgfältig zu dokumentieren. Mit der richtigen Vorbereitung und gegebenenfalls professioneller Unterstützung können Anleger ihre steuerlichen Pflichten erfüllen und böse Überraschungen vermeiden.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine steuerliche Beratung dar. Für individuelle steuerliche Fragen sollte stets ein Steuerberater konsultiert werden.
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